Autorenportrait
Brigitte Pukowski

 

 

Als lebenslustige und immer fröhliche, bisweilen auch liebenswert verrückte  Persönlichkeit, durfte ich Brigitte Pukowski im April 2007 kennen lernen.  Die gebürtige Albtälerin lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und Hund Jacki in Ettlingen nahe Karlsruhe. Vor einigen Jahren hat sie sich das Schreiben von Kurzgeschichten und Krimis zum Hobby gemacht und die Meisten davon erfolgreich veröffentlicht, unter anderen auch "Rache ist Cremig", welches eines meiner Lieblingsstücke von ihr ist. Zusammen mit ihren Kindern brachte sie von 2003 bis 2007 ein Onlinefoto - Comic -Planlos in Mittelerde- heraus, dass 2005 für den Jugendpreis für Heimatforschung nominiert war. Das Albtal mit seiner beeindruckenden Natur und seiner reichhaltigen Sagenwelt bieten die Grundlage für ein längeres Romanprojekt, an dem die Autorin momentan arbeitet.

 

Interview 

Renate: Du schreibst ja nun schon eine ganze Weile. Liest du ein Buch jetzt anders, seit du selber schreibst?

Brigitte: Ja, durchaus! Ich bin als Leser nicht nur kritischer geworden, sondern weiß jetzt auch die Arbeit, die ein Autor leistet mehr zu schätzen. Wo bei ich mit Schreibern, die in wortgewaltigen Romanen ihre Bildung vorführen, ebenso meine Schwierigkeiten habe, wie mit denen, die unlogischen und schwer nachvollziehbaren Stuss, mit der Begründung der eigenen Welt, von sich geben. Beide haben in meinen Augen das Ziel, den Leser zu unterhalten, verfehlt.

Renate: Nun werden ja doch häufiger neue deutsche Autoren für den Bereich Fantasy von den Verlagen entdeckt. Aber nach wie vor greifen Autorinnen und Autoren zu englisch klingenden Pseudonymen, um sich erfolgreicher zu verkaufen. Was glaubst Du, woran das liegt?

Brigitte: Erklären kann ich mir dass anbetracht der vielen deutschen Autoren, die wirklich hochwertige Fantasy schreiben auch nicht… aber ich glaube, dass in den letzten Jahren eine positive Veränderung in der Verlagswelt spürbar geworden ist. (wie die regelmäßig stattfindenden Ausschreibungen großer Verlage, wie z.B. Heyne o. Piper zeigen, bei denen nach hiesigen Talenten gesucht wird) Diese Entwicklung macht mir nicht nur Mut, sondern zeigt, dass die Wahrnehmung deutscher Verlage deutschen Autoren gegenüber doch etwas offener geworden ist.

Renate: Was gehört für Dich zu einer richtig guten Fantasy- Geschichte? Hast du selber literarische Vorbilder

Brigitte: Natürlich habe ich Vorbilder deren Bücher mich beeinflusst haben. Michael Ende und Cornelia Funke z.B. in ihrer schier unerschöpflichen Kreativität. Oder Peter David, dessen lebendigen und atmosphärischen Schreibstil ich sehr schätze. Und das ist es auch, was für mich gute Fantasy ausmacht: Atmosphäre! Sie muss mitreißen und gleichzeitig die eigene Kreativität beflügeln.

Renate: Wie siehst Du Dich neben Autoren wie Wolfgang Hohlbein und J.R.R. Tolkien? Liest Du diese Autoren selbst? Oder bleibt neben Beruf, Familie, Garten und Schriftstellerin kein Platz und keine Zeit mehr für die Leserin in Dir?

Brigitte: Würde ich mit den beiden auf einem Grill liegen, wären sie die perfekten, knusprigen Steaks in der Mitte und ich das blasse, kleine Würstchen ganz am Rande. Aber echt, die meisten ihrer Bücher habe ich nicht nur gelesen, nein, eigentlich habe ich sie verschlungen! Wenn mich ein Buch so richtig packt, lasse ich dafür alles stehen und liegen. Dann gibt es schon mal nur ne Fertigpizza, das Unkraut kann wuchern wie es will und ich bin hibbelig bis zum Feierabend, wenn ich endlich wieder in meine Lektüre eintauchen kann.

Renate: Ich weiß, dass Du der Zeit an einem Jungend- Fantasyroman arbeitest. Bezeichnest Du Dich selbst auch als Jugendbuchautorin?

Brigitte: Noch nicht, denn bisher habe ich nur für Erwachsene geschrieben. Aber ich arbeite fleißig daran!

Renate: Du schreibst neben Fantasy auch andere Genres, z. B Krimis. Wenn Du mal einen Krimi für jugendliche schreiben würdest, worauf würdest du besonders achten? Und wo liegen deiner Meinung nach die Unterschiede zu „Erwachsenen-Krimis“?

Brigitte: Ein guter Krimi, gerade für Jugendliche, sollte authentisch sein und moralische Werte vermitteln. Aufzeigen, dass Verbrechen und Ungerechtigkeiten nicht akzeptiert werden müssen. Er sollte Ängste, die sonst verdrängt werden, aufarbeiten und ernst nehmen. Und vor allem müssen die resultierenden Lösungen alltagstauglich sein und die Probleme von verschiedenen Perspektiven beleuchten, damit am Ende kein Monster gefangen – sondern ein Täter überführt wird.

Renate: Was inspiriert Dich zum Schreiben? Brauchst Du eine Muse, oder geht Dir das einfach von der Hand? Hast Du schon einmal Bekanntschaft mit der gefürchteten Schreibblockade gemacht?

Brigitte: Oh, ja… ich brauche ihn ab und zu, den Musenkuss. Sei es durch einen frühmorgendlichen Waldspaziergang mit unserem Hund, einen Ausflug in mein geliebtes Albtal oder einer Melodie, die mir eine Geschichte zuflüstert. Zum kontinuierlichen Schreiben muss ich mich allerdings zwingen, denn noch ist es nur ein Hobby. Da kann es schon mal passieren, dass ich, besonders bei einer Schreibblockade, durchaus gute Ausreden/Betätigungen finde, um mich davor zu drücken. Wenn ich allerdings Ideen im Kopf habe und nicht zum Schreiben komme, fühle ich mich richtig krank.

Renate: Es wurden schon einige Kurzgeschichten von Dir in Anthologien veröffentlicht. Wie war das für Dich, als Du das erste Mal eine Zusage bekommen hast und Deine Geschichte in einer Anthologie wieder gefunden hast?

Brigitte: Na, das ist wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern zu gleich. Man fühlt sich irgendwie in seinem Schaffen bestätigt und ist ermutigt weiter zu machen.

Renate: Du hast ja ne ziemlich große Familie, bleibt da überhaupt noch Zeit, es Dir abends gemütlich zu machen und selber mal ein Buch zu lesen? Und wenn ja, was liest Brigitte  gerne?

Brigitte: Doch, ich kann richtig abschalten von der eigenen Geschichte und in eine fremde eintauchen. Ich genieße es sogar! Gerade habe ich die Bartimäus Trilogie verschlungen und war begeistert. Oft nehme ich auch einen Krimi von Martha Crimes mit ins Bett und lass mich ins neblige England entführen. Aber ich bin generell für jedes Genre offen und auch einem Comic oder Manga nicht abgeneigt… das kommt auf ganz auf meine Stimmung an.

 

Ich danke Dir, für das nette Gespräch. Es hat Spaß gemacht mit Dir zu plaudern. Ich hoffe, dass wir bald noch viel von dir zu lesen bekommen.


"Sieg der Schwerkraft" ist in dieser Anthologie der Beitrag von Brigitte Pukowski
Herausgeber: Ursula Schmidt-Spreer / Anne Hassel / Helmut Stauder
Seitenzahl: ca.170
ISBN: 978-3-938882-63-4


Brigitte Pukowski ist in dieser Anthologie mit der Kurgeschichte "Alptraum" vertreten.



Ein prickelnder Tod ... und andere Mordsgeschichten,
Paperback, 100 Seiten, 9,80 Euro,
ISBN 978-3-937134-42-0


"Waterspout" heißt die Geschichte von Brigitte Pukowski, in dieser Anthologie
Elementare Lebenselixiere, Paperback,
100 Seiten, 9,80 Euro,
ISBN 978-3-937134-41-3