Autorenportrait
Claudia Hornung

 

 

 

Über das Autorenforum „Montsegur“ lernte ich die Autorin Claudia Hornung kennen und schätzen.
Die gebürtige Stuttgarterin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern nahe Leipzig. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Schreiberei, die sie sich mittlerweile zum Beruf gemacht hat. Und das tut sie bisher sehr erfolgreich. Viele Veröffentlichungen aus den verschiedensten Genres kann die Autorin vorweisen. Aber auch Auftragsarbeiten übernimmt sie gerne. Im Oktober 2010 erscheinen die ersten zwei Bilderbücher einer
 neuen Reihe im Lingen Verlag, für die Claudia die Texte geschrieben hat. Und ganz besonders freut es mich, dass ich sie für das Hörbuch "Neues aus der Wunderkiste 3" gewinnen konnte. Diese Hörbuchreihe erscheint jährlich im Knabe Verlag Weimar.

 Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und die gute Claudia mit meinen Fragen bombardiert, die sie mir gern beantwortet hat.

Interview

 

Renate: Wann hast du Geburtstag?

Claudia: Am 17. Juli (1968).

Renate: Wo lebst du?

Claudia: Seit mehreren Jahren schon in der Nähe von Leipzig.

Renate: Wo würdest du leben, wenn du es dir aussuchen könntest?

Claudia: Irgendwo am Meer.

Renate: Was ist deine liebste Tageszeit und warum?

Claudia: Schwer zu sagen. Bevor ich Kinder hatte, war ich eher ein Nachtmensch. Das hat
sich natürlich völlig geändert, seit meine Lieben mich auch am Wochenende morgens um
sechs aus dem Bett schmeißen. Aber ich denke trotzdem, der späte Abend ist mir am liebsten. Dann, wenn die Welt dunkel, still und geheimnisvoll wird.

Renate: Worüber kannst du lachen?

Claudia: Über sehr vieles. Auch oft über mich selbst. Ansonsten bevorzuge ich eher
trockenen oder auch mal schwarzen Humor, mit Slapstick habe ich es nicht so.

Renate: Hast du ein Lieblingswort?

Claudia: *lach* Ja, das habe ich. Es heißt „eigentlich“.

Renate: Wie sollte dein idealer Tag verlaufen?

Claudia: Im Moment habe ich das Glück, dass meine Tage ziemlich ideal verlaufen –
sobald meine Familie morgens aus dem Haus ist, kann ich in Ruhe schreiben. Genau so
war es immer mein Traum.

Renate: Mit welcher (lebenden oder toten) Berühmtheit würdest du gerne (mindestens!) 
mal einen Tag verbringen?

Claudia: Mit Keanu Reeves. J


Renate: Wenn du als Tier reinkarnieren könntest, welches wäre deine Wahl?

Claudia: Eine Katze.


Renate: Welche Eigenschaften magst du an dir selbst?

Claudia: Meine Ehrlichkeit, meinen Mut und die Eigenschaft, konsequent zu sein.
Ich bin nur bedingt imstande, mich zu verbiegen.

 Renate: Welche hättest du gerne?

Claudia: Mehr Eigendisziplin könnte ich gut gebrauchen. Manchmal auch mehr Geduld.

Renate: Welche möchtest du loswerden?

Claudia: Je nach Situation immer mal andere. Manchmal nervt mich meine Ungeduld,
dann wieder stören mich Selbstzweifel, die von irgendeiner Kleinigkeit ausgelöst werden.
Aber eigentlich kann ich mit mir ganz gut leben, so wie ich bin.


Renate: In welchem Genre fühlst du dich am wohlsten?

Claudia: In der Phantastik.

Renate: Was machst du, wenn du gerade nicht schreibst?

Claudia: *lach* Lesen. Falls meine Familie mich lässt …

Renate: Hast du einen Lieblingsplatz oder ein Ritual, wenn du schreibst?

Claudia: Ein Ritual habe ich nicht, ich fange einfach an. Mein Platz zum Schreiben ist
mein Schreibtisch mit PC, der steht in einer sehr schönen Ecke unserer Wohnung, direkt
neben meinen Büchern und vor einem Fenster, so dass ich den Himmel sehen kann.
Den Labtop benutze ich nur in Ausnahmefällen. Ich bin kein Café- oder Sofaschreiber.

Renate: Hast du Vorbilder?

Claudia: Hm, vielleicht Autorinnen wie Cornelia Funke oder Isabel Abedi, weil sie tolle
Bücher für alle Altersgruppen geschrieben haben – von Vorlesegeschichten für die ganz
Kleinen bis zu faszinierenden Jugendromanen. Das würde ich auch gern können.

Renate: Welches ist dein ganz persönliches Lieblingsbuch?

Claudia: Da gibt es nicht eines, sondern etliche. Manchmal kommt auch noch eine
neue Entdeckung dazu. Aber ich kann dir gern ein paar Beispiele nennen:
Bei den Kinderbüchern wären es z.B. „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke,
„Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel oder
„Jede Menge Sternschnuppen“ von Martina Wildner.
„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak fand ich auch toll.

Renate: Wer ist dein persönlicher Lieblingsautor?

Claudia: Das ist ähnlich schwierig zu beantworten wie die vorige Frage, weil ich
bei verschiedenen Autoren ganz verschiedene Dinge schätze. Aber wenn ich mich nun auf
einen festlegen muss, dann hätte Stephen King wohl diesen Platz verdient. Nicht, weil ich
alle seine Bücher mag - einige finde ich richtig schlecht und alle hab ich sowieso nicht
gelesen. Aber einige finde ich verdammt gut. Und seine Art, Kinder darzustellen
finde ich unvergleichlich. Ich mag auch seine knappe, dichte und schlichte Sprache, die
sich auf Wesentliches konzentriert und vor nichts zurückscheut. Die Angst, kitschig
oder pathetisch zu klingen, scheint ihm völlig fremd zu sein. Ich schätze ihn jedenfalls sehr,
auch dafür, wie er sich durchgebissen hat und seinen Weg gegangen ist. Sein Buch
„Das Leben und das Schreiben“ hat deshalb auch einen Ehrenplatz in meinem
Regal bekommen.

Renate: Auf welches Buch, das in deinem Regal steht, könntest du gut verzichten?

Claudia: In meinem Regal stehen inzwischen nur noch Bücher, die ich mag und die mir
etwas bedeuten. Alle übrigen lagern in einem Umzugskarton auf dem Dachboden oder
werden ggf. nach dem Lesen vertauscht.


Renate: Deine Kinder-Geschichten unterhalten nicht nur, sie vermitteln auch Werte, wie
Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt und Respekt.Wie wichtig ist dir dieser Teil deiner Arbeit?

Claudia: Er ist mir natürlich wichtig, gerade weil meine Zielgruppe ja meist im Vorschul-
oder Grundschulalter ist. Da geht es dann schon darum, für Konflikte auch adäquate
Lösungen anzubieten oder aufzuzeigen. Andererseits ist das oft etwas, was
ganz selbstverständlich in meine Texte mit einfließt – zum Glück, denn den
moralischen Zeigefinger mag ich nicht. Ich achte beim Schreiben also eher darauf,
ob meine Geschichte spannend oder lustig für Kinder ist.

Renate: Wenn deine Protagonisten die Chance hätten, was über dich zu sagen, was
glaubst du, würden sie erzählen, oder anders ausgedrückt, wie würden sie dich beschreiben?

Claudia: Oh je, vermutlich würden sie sich bitter beklagen, dass sie immer sooooo
lange warten müssen, bis sie endlich an der Reihe sind. Oder dass sie dann nur
in einer Kurzgeschichte abgehandelt werden, wo sie doch locker für einen Roman
getaugt hätten.

Renate: Welches Buch hat dich als Kind am meisten beeindruckt?

Claudia: „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren. Es hat mich mit dem Thema Tod in
Berührung gebracht, auf eine Weise, die ich nie vergessen habe. Ich fand es
unbeschreiblich traurig.

Renate: Welchen Schriftsteller bewunderst du und warum?

Claudia: Ich glaube, wenn ich jetzt anfange, aufzuzählen, sprenge ich den Rahmen.
Es gibt nicht den einen Schriftsteller für mich. Manche bewundere ich wegen ihrer
Sprache, ihrer Wortgewalt, ihrer Erzählkunst. Manche für ihre originellen Einfälle,
ihre skurrilen Figuren, ihre schrägen Geschichten. Manche für ihr Talent, Atmosphäre
zu schaffen oder für ihren feinen Humor. Manche vielleicht auch für den Mut, ihren
eigenen Weg zu gehen, obwohl sie unter schwierigen Bedingungen schreiben mussten.

Renate: Welchen Schriftsteller magst du nicht so sehr?

Claudia: Hm, ich verzichte auch hier lieber darauf, Namen zu nennen. Was ich gar nicht
mag, sind z.B. gedrechselte oder schwülstige Formulierungen oder endlose Beschreibungen
von Nichtigkeiten. Luftblasenliteratur langweilt mich, das mag ich nicht lesen.

Renate: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Claudia: Ich kann es nicht sagen. In meiner Erinnerung habe ich immer schon geschrieben
und bereits zu Schulzeiten veröffentlicht. In der Schülerzeitung natürlich. *lach* Aber ich
war stolz wie Oskar, als mir ein Deutschlehrer in der Pause erzählte, dass er meine
Texte gerade in seinem Unterricht besprochen hatte. Der Wunsch zu schreiben war
irgendwie immer da, wenn auch zeitweise nur im Hintergrund. Aber losgelassen hat es mich
nie. Und jetzt ist es sogar mein Beruf! Manchmal muss ich mich noch kneifen, um mir
zu beweisen, dass ich nicht träume …

Renate: Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten?

Claudia: Sie fliegen mir zu. Ehrlich. Mich kann alles Mögliche inspirieren, wichtig ist dann
nur, dass ich die Idee mit ein paar Stichworten auf einem Zettel festhalte, sonst vergesse
ich sie oft wieder. Manchmal erwische ich auch nur ein Zipfelchen, einen Hauch, eine
Ahnung von einer Geschichte – dann muss ich warten, bis der Rest auftaucht.

Renate: Wie recherchierst du für deine Geschichten?

Claudia: Meistens im Internet. Für meine Belange reicht das völlig aus und ich bin jedes
Mal aufs Neue dankbar, dass es diese Möglichkeit heutzutage gibt. Von Allem, das
einen größeren Rechercheaufwand bedeuten würde, lasse ich lieber die Finger.
Einen historischen Roman würde ich z.B. nie schreiben, das können andere viel, viel besser.

Renate: Wie lange brauchst du, bis du eine Geschichte für fertig hältst?

Claudia: Das kommt darauf an, um was für eine Geschichte es sich handelt. In
meiner Schublade gibt es ein paar Texte, an denen ich immer wieder mal bastle und sie
dann wieder zurücklege, weil das Gefühl nicht da ist, dass es jetzt passt und stimmig ist.
Das kann dann durchaus jahrelang so gehen … Bei den Kurzromanen, die ich für
diverse Zeitschriften schreibe, brauche ich dagegen selten mehr als ein paar Stunden,
bis der Text komplett steht. Alles andere würde sich auch nicht lohnen.

Renate: Gibt es ein Buch, das dich nachhaltig beeinflusst/beeindruckt hat?

Claudia: Im letzten Jahr war es „Sarahs Schlüssel“ von Tatiana de Rosnay, das ich lange
nicht vergessen konnte. Aber das ist nur ein Beispiel. Ich stoße immer wieder auf Bücher,
die mich tief berühren und wäre es nicht so, würde ich vermutlich weniger gerne lesen. Dabei
ist es ganz unterschiedlich, was mich beeindruckt – bei „Sarahs Schlüssel“ war es der
Inhalt, die besondere Tragik der Geschichte. Bei anderen Büchern ist es vielleicht mehr
die Sprache, die mich fasziniert, also nicht unbedingt das, was erzählt wird, sondern wie.
 

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Vielen Dank, dass du dir die Zeit für mich genommen hast. Es hat mir viel Spaß gemacht mit
dir zu plaudern.

 

 

 

 

 

Insgesamt 45 Geschichten hat Claudia Hornung für dieses Buch 365 Gute-Nacht-Geschichten
und Lieder
geschrieben, das 2009 als großformatiges Hardcover im Lingen Verlag erschienen ist.

 

Das liebevoll gestaltete Buch, vom Sandmännchen präsentiert, versüßt das Schlafengehen
und zaubert wunderschöne Träume. Extra angegeben sind jeweils die Vorlesezeiten - von kurz
bis lang zum Auswählen.

 

Das durchgehend farbig illustrierte Buch ist unter der Bestellnr.  92129 hier direkt beim Lingen
Verlag erhältlich,

aktuell auch unter der ISBN 9783828961852 bei Weltbild.

"Was ist das?" und "Der Regentropfen-Trick" in  Unsere Wunder-Wasser-Welt
(Das große "spielen und lernen" Jahrbuch)

Velber Verlag 2009, ISBN 978-3-86613-581-9, Hardcover

 

Mal fällt es vom Himmel, mal tropft es aus dem Hahn. Mal ist es salzig, mal süß. Mal ist es
klein wie ein Tropfen, mal groß wie das Meer ... Wasser ist so vieles und es ist doch immer
eines: ganz und gar wunderbar!

Das zeigen auch die abwechslungsreichen Geschichten, Gedichte, Lieder, Tierseiten,
Rezepte, Experimente, Rätsel, Bastel- und Spielideen rund um das faszinierende Element Wasser.

Ein Buch voller guter Ideen - für alle Kinder!

 

"Jule und der kleine Ritter" auf der CD Neues aus der Wunderkiste 3

Knabe Verlag Weimar 2009, ISBN 978-3-940442-02-4

In jeder Wunderkiste finden sich 4 Hörgeschichten zum Schmunzeln und Lernen für
Kinder ab dem Vorschulalter, liebevoll gelesen von bekannten Radio-Sprechern.

Auf dieser CD sind zu hören:

  • "Jule und der kleine Ritter" von Claudia Hornung, gelesen von Stefan Ganß
  • "Rudis Wunschzettel" von Wartan Bekeredjian, gelesen von Conny Mauroner
  • "Jo und Fleck" von Dr. Henrike Curdt, gelesen von Stefan Bock
  • "Fibinen und die Schrumpfkobolde" von Joëlle Schmid, gelesen von Imme Tröger

Die CD kann z.B. hier direkt beim Verlag bestellt werden.

 

Weitere Veröffentlichungen findet Ihr auf der Homepage der Autorin. Hier gehts lang