Autorenportrait

Sylvia Görnert-Stuckmann


 

Auf einem Montsegur- Autorentreffen zur Leipziger Buchmesse 2008 lernte ich Sylvia Grönert-Stuckmann kennen und schätzen. Sylvia ist eine Vollblutautorin und schreibt mit Herz und Seele. Sehr schnell habe ich sie in mein Herz geschlossen. Für mich ist sie mittlerweile zu einer guten Freundin geworden, die auch mir stets mit Rat und Tat zur Seite steht.

Geboren 1959, wuchs Sylvia inmitten einer kinderreichen und turbulenten Familie im Rheinland auf.  Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und einem Studium der Sozialpädagogik in Köln sowie ersten beruflichen Erfahrungen im Ruhrgebiet verschlug es die Autorin Anfang der 90-er Jahre mit Mann und Tochter in den Schwarzwald, wo sie seitdem lebt und arbeitet: Als Sozialpädagogin in einem Krankenhaus und Lehrkraft an der dortigen Krankenpflegeschule in Psychologie, Soziologie und Gesprächsführung.
Wann immer es ihre Zeit erlaubt, widmet sie sich der Schreiberei. Angefangen hat es mit Themen aus ihrem beruflichen Umfeld, die sie zu Ratgebern verarbeitete. Später  kamen Jugendromane dazu. Derzeit arbeitet die Autorin an einem historischen Jugendbuchprojekt, das demnächst im Fischer/Schatzinsel Verlag erscheinen wird.
 Darüber hinaus hält Sylvia Grönert-Stuckmann aber auch Vorträge oder Seminare zu Themen, die ihr von ihrer Arbeit her geläufig sind.

Und auch die gute Sylivia habe ich mit meinen Fragen gelöchert und sie hat mir bereitwillig Auskunft erteilt. Ich bin sehr stolz, dass ich sie euch heute näher Vorstellen kann.

Interview

 

Renate: Wann hast du Geburtstag?

Sylvia: Im Oktober


Renate: Wo lebst du?

Sylvia: Im Schwarzwald (meine Wahlheimat)


Renate: Wo würdest du leben, wenn du es dir aussuchen könntest?

Sylvia: Ich glaube, in Norwegen. Landschaft und Leute dort haben mich sehr beeindruckt und zum Träumen angeregt.


Renate: Was ist deine liebste Tageszeit und warum?

Sylvia: Der Morgen. Da bin ich noch voller Energie und der Tag mit all seinen Möglichkeiten liegt noch vor mir.


Renate: Was isst oder kochst du gerne?

Sylvia: Oh! Das willst du nicht wirklich wissen, glaube ich, sonst sprengt es deine Seite. Vielleicht sollte ich lieber schreiben, was ich nicht mag: Sellerie, Kapern und Butter. Und Dinge, die extrem sauer, süß oder beides auf einmal schmecken. Und sonst noch ein paar Dinge, die sowieso keiner mag.


Renate: Was machst du, wenn du gerade nicht schreibst?

Sylvia: Spazieren gehen, lesen, reden – und neuerdings malen und Flöte spielen. Oder gewandet auf Mittelalter-Märkten herumlaufen und die Fantasie Purzelbäume schlagen lassen.


Renate: In welcher Zeit/Epoche würdest du gerne einmal ein paar Tage verbringen?

Sylvia: Derzeit sicher bei meiner aktuellen Heldin Marie, also ausgehendes Mittelalter. Nicht, weil es da so besonders schön oder romantisch gewesen wäre, aber um zu sehen, ob ich die Stimmung getroffen habe.


Renate: Wenn du dir eine Identität aussuchen könntest, wer oder was wärst du am liebsten?

 Sylvia: Ein Gestaltwandler. Nicht Werwolf oder Vampir oder so, sondern ein Mensch mit der Fähigkeit, sich in ein anderes Wesen zu verwandeln. Das fände ich spannend.

 

Renate: Wie sollte dein idealer Tag verlaufen?

Sylvia: Früh aufstehen, ein paar Stunden Zeit zum Schreiben, Mittagessen, Laufen, Freunde treffen bzw. Zeit mit der Familie verbringen. Und abends dann die Füße hoch legen und lesen. DAS wäre der ideale Tag für mich.


Renate: Worüber kannst du lachen?

Sylvia: Ich mag Humor, der die kleinen Schwächen der Menschen auf die Schippe nimmt, z.B. Christoph Sonntag („Gestern war heute noch Zukunft“). Politischer Humor oder Slapstick ist  nicht mein Ding.


Renate: Hast du ein Lieblingswort?

Sylvia: So etwas ändert sich bei mir ständig. Ich mag Worte, die sich schön anhören (z.B. Balaleika oder Wanja – ja, ich mag den Buchstaben „A“!), oder weil sie Bilder in mir hervorrufen (Silbermond, Nebelschleier,…).


Renate: Hast du Vorbilder?

Sylvia: Ja! Aber es sind so viele…


Renate: Hast du einen Lieblingsplatz oder ein Ritual, wenn du schreibst?

Sylvia: Am liebsten im heimischen Büro, wenn niemand zu Hause ist. Alles andere ist leider wenig effektiv (z.B. in der Bahn, im Zelt oder im Hotel).

 

Renate: Was ist dein ganz persönliches Lieblingsbuch?

Sylvia: Kelley Armstrong: Die Nacht der Wölfin (Sagte ich schon, dass ich Gestaltwandler-Geschichten liebe?)

 

Renate: Wer ist dein persönlicher Lieblingsautor?

Sylvia: Das wechselt von Zeit zu Zeit. Im Moment: Nina Blazon

 

Renate: Auf welches Buch, das in Deinem Regal steht, könntest Du gut verzichten?

Sylvia: Da gibt es einige – manchmal probiere ich ein neues Genre aus und schaue, ob es mir gefällt. Habe schon einige Schätze dabei gefunden. Aber Thriller und High Fantasy sind wohl nicht mein Ding.


Renate: Deine Geschichten unterhalten nicht nur, sie vermitteln auch Werte wie Toleranz, Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt und Respekt. Wie wichtig ist dir dieser Teil deiner Arbeit?

Sylvia: Meine Bücher handeln eigentlich von Entwicklung, und meine Heldinnen (ja, bisher sind alle weiblich) erfahren immer wieder, dass sie auf die oben genannten Werte angewiesen sind, wenn sie ihre Entwicklungsaufgaben erfolgreich meistern wollen.


Renate: Wenn deine Protagonisten die Chance hätten, etwas über dich zu sagen, was glaubst würden sie erzählen, oder anders ausgedrückt, wie würden sie dich beschreiben?

Sylvia: Dass ich wohl ziemlich durchgeknallt sein muss, wenn ich mir so viele Aufgaben für sie ausdenke. „Du lässt deine arme Heldin aber ganz schön leiden, bevor sie endlich glücklich sein darf“, hat einmal eine Testleserinnen gesagt, das trifft es glaube ich recht gut. Trotzdem denke ich nicht, dass sie mir deswegen böse wären, immerhin geht es ihnen hinterher besser als vorher. Nur zwischendrin ist es manchmal doch ganz schön hart.


Renate: Mit welcher (lebenden oder toten) Berühmtheit würdest du gerne (mindestens!) mal einen Tag verbringen?

Sylvia: Werner Freund, ein deutscher Wolfsforscher. Oder Robert Redford.


Renate: Wenn du als Tier reinkarnieren könntest, welches wäre deine Wahl?

Sylvia: Das ist einfach: Als Wölfin.


Renate: Welche Eigenschaften magst du an dir selbst?

Sylvia: Einfühlungsvermögen.

 

Renate: Welche hättest du gerne?

Sylvia: Manchmal wäre ich gern etwas entscheidungsfreudiger, bei mir hat alles immer gleich mehrere Optionen.

 

Renate: Welche möchtest du loswerden?

Sylvia: Durcheinander sein.


Renate: Welches Buch hat dich als Kind am meisten beeindruckt?

Sylvia: „Wolfsblut“ von Jack London


Renate: Welchen Schriftsteller bewunderst du und warum?

Sylvia: Elisabeth George für ihre psychologischen Nebenhandlungen. Und J.K. Rowling, weil sie so eine schöne Welt erfunden hat, ohne sich von anderen reinreden zu lassen.


Renate: Welchen Schriftsteller magst du nicht so sehr?

Sylvia: Dan Brown (ist mir zu oberflächlich) - ich bin halt nicht der Thriller-Typ. Wir würden wohl nie heiraten …

 

Renate: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Sylvia: Frag mal meine Lehrer…

Nee, im Ernst: Da ich schon immer gern und viel erzählt habe (Geschichten erfinden war eines meiner Kinder-Hobbies), blieb das wohl nicht aus.


Renate: Woher nimmst Du die Ideen für Deine Geschichten?

Sylvia: Die finden mich überall.

 

Renate: Wie recherchierst Du für deine Geschichten?

Sylvia: Per Internet, Interview (Fachleute), Löcher in den Bauch fragen (Autorenkollegen), Lesen, zuhören, anfassen, selber machen…

 

Renate: Wie lange brauchst Du, bis Du eine Geschichte für fertig hältst?

Sylvia: Zunächst liegen Ideen monate-, oft sogar  jahrelang in mir herum und reifen. Irgendwann schlagen sie dann zu und erzählen mir ein bisschen von sich, dann  beginnen die Recherchen. Wenn ich zu schreiben anfange, sind die Geschichten meist in drei bis vier Monaten fertig für den ersten Durchgang (Testleser, Autorenkollegen, …). Danach kommen erste Feedbacks und Anregungen. Wirklich „fertig“ ist ein Buch wohl nie, nicht einmal wenn es veröffentlicht ist. Aber irgendwann muss man halt einen Strich ziehen und den Schritt an die Öffentlichkeit wagen (sprich: Das Manuskript den Verlagen vorstellen und warten, was passiert).


Renate: Gibt es ein Buch, das dich nachhaltig beeinflusst/beeindruckt hat?

Sylvia: Harry Potter

 

 

**************************************************************************

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für mich genommen hast. Es hat mir viel Spaß gemacht mit dir zu plaudern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pestmarie

Wen die Pest verschont, der muss mit dem Teufel im Bunde sein ...
Schwaben zur Zeit der Bauernkriege: “Pestmarie, Hexenkind, Teufelsbalg” - das sind die Worte, die Marie hinterher gezischt werden, wenn sie in den Gassen von Rottweil unterwegs ist. Mit ihren feuerroten Haaren und den  katzengrünen Augen gilt sie als Ausgeburt des Teufels. Schließlich muss  Marie vor den Hexenjägern fliehen und wird die Magd einer Marketenderin. Doch auch hier ist sie nicht sicher. Wird Marie einen Platz im Leben  finden und jemanden, der sie liebt?

ISBN: 978-3-596-81005-5

Erscheint Mai 2011 
bei Fischer/Schatzinsel

 

Kaja in der Außenwelt

Wie  wichtig ist Freiheit? Die 13-jährige Kaja lebt im Jahre 2112. Ihre Welt wird von Computersystemen beherrscht. Die Menschen  wohnen in abgeschotteten Städten, außerhalb leben nur gefährliche  Mutanten.
Auf einem Schulausflug gerät Kaja  plötzlich in diese gefürchtete Außenwelt! Es gelingt ihr, dort drei gefährliche Tage zu überleben und nach ihrer Rückkehr in die Stadt ist  nichts mehr, wie es war...
Kaja beginnt am System zu zweifeln und  stellt Nachforschungen an. Sind die Mutanten vielleicht gar nicht  gefährlich? Und sind ihre Eltern wirklich ihre Eltern?
Kaja muss es  herausfinden!

 ISBN: 3596806615

Jugendroman, S. Fischer-Verlag
Reihe Schatzinsel 2007

 

Wohnen im Alter 
planen und  organisieren

Immer mehr Menschen wollen im Alter  eigenverantwortlich leben und nehmen die Planung für das Wohnen im Alter selbstbewusst in die Hand. Doch die Orientierung zwischen der Fälle  alternativer Wohnmodelle ist nicht einfach. Was gibt es für  Möglichkeiten? Was kostet es? Was ist im individuellen Einzelfall die  beste Lösung? Im diesem praktischen Ratgeber sind mögliche und  funktionierende Wohnkonzepte anhand konkreter Beispiele nachvollziehbar  dargestellt. 

ISBN: 978-3-941717-01-5

Juli  2010  

14,80 €

Hilfen im Alter 
kennen und  nutzen

Immer mehr Menschen wollen im Alter  eigenverantwortlich leben, doch was tun, wenn es alleine nicht mehr  geht? Dieser praktische Ratgeber gibt Betroffenen und Angehörigen einen  Überblick über alle Möglichkeiten heutiger Altenpflege. Angefangen von  den verschiedenen Pflegestufen - wer bestimmt darüber, wo muss man  welche Anträge stellen, wie wird die Finanzierung sichergestellt - bis  zu technischen Fragen wie Hausnotrufsysteme, Pflegemittel und mobiler  Mittagstisch gibt die sachkundige Autorin einen umfassenden Überblick  und viele nützliche Hinweise. 

ISBN: 978-3-941717-02-2

Juli 2010

14,80 €

 

Oma ist die Beste - 
Warum Großeltern  wichtig sind

Freudig  berührt sind alle, wenn sich ein Enkelkind ankündigt. 
Und auch für die Enkel selbst ist es ein großes Glück, wenn im Hintergrund die erfahrene Generation bereit  steht. Hier gewinnen Großeltern einen Einblick, was sie erwartet und wie sie ihre neue  Rolle leben können.

ISBN 3-451-05877-4

Verlag Herder/Reihe spectrum,  
Freiburg 2007, 160 Seiten, kartoniert

 Jetzt auch online als E-Book  im PDF-Format für 4,50 €

 

 

Wenn man im Alter Hilfe braucht
Welche Hilfe gibt es wo?


Das Buch ist  ein Überblick für Senioren und ihre Angehörige über die Angebote der  Altenhilfe. Wer hilft  mir, wenn ich Hilfe brauche? Was ist  ambulante Hilfe, was Kurzzeitpflege? Wo liegt der Unterschied zwischen  Altenheim und Pflegeheim? Wozu braucht man eine Vollmacht?
Solche und ähnliche Fragen, orientiert  am tatsächlichen Alltag von Senioren, werden verständlich und informativ bearbeitet.

ISBN:3451054183

Erschienen 2004 bei HERDER, Freiburg

 

Umzug in die dritte Lebensphase
Wie wohnen und  leben?

Das familiäre  Mehrgenerationen-Konzept, die WG Gleichgesinnter oder nachbarschaftliche Vernetzung: 
Das Konzept der ambulanten und stationären Pflege  reicht nicht mehr. Eine Fülle von  Alternativen wird diskutiert und erprobt. 
Was gibt es? Was kostet  es? Was passt?
Der ganz praktische Ratgeber.

ISBN 3-451-05638-0

Erschienen bei Herder, Freiburg 2005